Fotojournalisten illustrieren u.a. Reportagen und Berichterstattungen

Fotojournalismus

Bilder bewegen die Menschen wie kaum ein anderes Medium. Seit Jahrzehnten ist die Aussagekraft von Fotos ungebrochen. Sie können dokumentieren, Botschaften übermitteln, warnen, drohen und noch vieles mehr. Der Fotojournalismus ist ein Berufszweig, der sich im Laufe der Zeit etabliert hat und auch heute nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat. Doch welche Anforderungen werden an diese Tätigkeit gestellt, welche Voraussetzungen müssen Sie bei Interesse an diesem Beruf mitbringen und welche Perspektiven gibt es?

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Anforderungen an den Beruf des Fotojournalisten

Die zentrale Ausdrucksform des Fotojournalismus ist die Fotografie. Oft werden Berichterstattungen und Reportagen illustriert. Der Fotojournalismus entwickelte sich parallel mit der Erfindung der Kleinbildkamera sowie portablen Kameras im 20. Jahrhundert.

Die Berufsbezeichnung „Fotojournalist“ ist nicht geschützt, d.h. es gibt keine geregelte Ausbildung. Es gibt zweierlei Zugänge zu diesem Berufsfeld: Zum einen kann ein Fotografie-Studium absolviert werden, bei dem gewissermaßen das grundlegende Handwerk erworben werden kann. Neben technischen Details und Kniffen geht es aber auch darum, wie wirkungsvolle Bilder erzeugt werden können und welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit das Foto den Betrachter in seinen Bann zieht und sich im Gedächtnis festsetzt. Ähnliches wird auch bei der Ausbildung zum Fotografen thematisiert, allerdings fehlt der akademisch-theoretisch fundierte Überbau hier.

Die Berufsbezeichnung „Fotojournalist“ ist nicht geschützt

Fotojournalisten benötigen ein Gespür für Emotionen und Situationen
Foto: jarmoluk / pixabay

Der zweite Zugang ist ein Journalistik-Studium bzw. der Besuch einer Journalistenschule, an denen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung Kurse zum Bild- und Fotojournalismus angeboten werden. Es gibt auch einige Hochschulen, die den Studiengang „Bildjournalismus“ anbieten.

Die persönlichen Ansprüche an einen Fotojournalisten sind hoch: neben der technischen Versiertheit sollte er Sensibilität und ein Gespür für Emotionen sowie für die Wirkung von Situationen und Momenten mitbringen, die es aufzufangen gilt. Darüber hinaus hat er eine hohe ethische Verantwortung, denn seriöse Fotografie beinhaltet das Prinzip, die Umwelt möglichst objektiv und real, also wirklichkeitsgetreu, abzubilden. Ansonsten kann die Glaubwürdigkeit leiden, da schnell der Vorwurf der Manipulation und Verzerrung laut wird (etwa indem nur Bildausschnitte präsentiert werden, die das wahre Geschehen nicht zur Gänze abbilden). Eine weitere Problematik stellt die Befriedigung von Sensationsgier und die Verletzung von Intimsphäre dar (Stichworte: „Sensationsjournalismus“, „Paparazzi“, „Regenbogenpresse“); auch hier sollte ein achtbarer Fotojournalist Feinfühligkeit beweisen, wenn er nicht in der Paparazzo-Sparte landen möchte.

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Fotojournalismus – Möglichkeiten und Perspektiven

Welche Tätigkeitsbereiche und Beschäftigungsmöglichkeiten stehen Fotojournalisten offen? Einerseits kann man im Rahmen einer meist freien Mitarbeit fotojournalistische Aufträge von Magazinen und Tageszeitungen annehmen, wobei die Online-Sparte auf diesem Sektor immer mehr zunimmt. Nach bestimmten Vorgaben werden Fotostrecken zu einem bestimmten Thema für das Magazin oder die Zeitung erstellt und geliefert.

Der zweite große Bereich ist die Zusammenarbeit mit PR-Agenturen. Hier ist der Ablauf ähnlich: Man erzeugt unter Berücksichtigung eines bestimmten, projektbezogenen Auftrags Bilder, wobei die Themen hier häufig kommerziell orientiert sind (z.B. Werbung und Marketingstrategien für Unternehmen oder Einzelpersonen).

Eine weitere Perspektive können freie Projekte bieten. Hier recherchiert der Fotojournalist in der Regel selbstständig zu einer bestimmten Thematik, was sich durchaus über einen längeren Zeitraum hinziehen kann. Ist das Projekt ansprechend und findet sich ein Publizist, besteht die Möglichkeit, dass das Projekt beispielsweise in Form eines Bildbandes erscheint. Natürlich ist es hierbei von Vorteil, wenn sich der Fotojournalist bereits einen Namen in seiner Branche gemacht hat.

Fotojournalisten illustrieren u.a. Reportagen und Berichterstattungen

Seriöse Fotojournalisten grenzen sich von Paparazzi durch die Einhaltung ethischer Grenzen ab
Foto: Mandy Eger / pixelio.de

CHECKBOX: Was ist unter Fotojournalismus zu verstehen?

  • „Fotojournalist“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung
  • Mögliche Zugänge wären ein Fotografie- oder Journalistik-Studium, der Besuch einer Journalistenschule oder des Hochschulstudiengangs „Bildjournalismus“
  • Fotojournalisten benötigen ein Gespür für Emotionen und die Wirkung von Situationen und Momenten
  • Seriöse Fotojournalisten liefern objektive, wirklichkeitsgetreue Bilder und haben ein ethisches Verantwortungsbewusstsein, wodurch sie sich von Sensationsjournalisten/Paparazzi abgrenzen
  • Tätigkeitsbereiche: Illustration von Berichterstattungen und Reportagen, PR-Aufträge, freie Projekte

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